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Thailand entfernt Cannabissamen und Hanfextrakte von der Liste illegaler Substanzen

Seit geraumer Zeit ist Thailand darum bemüht, eine Liberalisierung von medizinisch genutzten Produkten der Cannabispflanze in die Wege zu leiten, um sich global in Forschung und Medizin in eine Führungsposition zu bringen. Obwohl in Thailand noch sehr harte Drogengesetze herrschen, geht man nun sehr wissenschaftlich und pragmatisch an Cannabis heran, zeigt sich zu Reformen bereit und streicht Cannabissamen und Hanfextrakte von der Liste illegaler Substanzen. Bei Cannabidiol (CBD) ist man jetzt einen Schritt gegangen, den sich auch viele Menschen von den Staatsoberhäuptern in Europa wünschen würden.


CBD-Öle sollen nicht mehr unter die harten Drogengesetze fallen

Am Montag hatte die Regierung nun verlauten lassen, dass im Rahmen der Förderung von Cannabis als Medizin Hanfextrakte künftig nicht mehr in den Bereich des Drogenrechts fallen sollen. Thailand, das eigentlich eine Tradition mit der Heilpflanze verbindet, legalisierte Cannabis für medizinische Zwecke erst im vergangenen Jahr wieder und baut seitdem vor allem auch seinen Forschungssektor aus. Auch die Förderung der Landwirtschaft und der Ausbau der wirtschaftlichen Möglichkeiten sind für die Nation in Südostasien interessant.

Die aktuelle Liberalisierung betrifft allerdings nur CBD-Öle, die weniger als 0,2 Prozent des psychotropen Wirkstoffs Tetrahydrocannabinol (THC) enthalten. Bislang waren auch beispielsweise die CBD-Öle in Kategorie fünf der Drogengesetze Thailands zugeordnet. Der Umgang mit den Substanzen dieser Kategorie kann eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren nach sich ziehen.

Mit der Streichung der Hanfextrakte sowie den Cannabissamen aus der Liste der illegalen Substanzen geht Thailand einen wichtigen Schritt.

Thailand öffnet mit der Liberalisierung von Cannabis ein großen Marktpotenzial

Als Nächstes beabsichtigt die Regierung Cannabidiol(CBD)-haltige Extrakte für die Medizin, die Kosmetik und als Lebensmittel zuzulassen. Bald soll es möglich sein, den Rohstoff Hanf umfassend zu nutzen. Solche Aussichten locken auch Investoren an, und so hatten sich bereits Investitionen in mehrstelliger Millionenhöhe in Technologien zur Weiterverarbeitung von Cannabispflanzen in Thailand angekündigt.

Den Prognosen einer US-Analysefirma zufolge könnte der thailändische Markt für Hanf- und Cannabisprodukte bis 2024 ein Volumen von etwa 660 Millionen erreichen. Liberalere Gesetze können das Wachstum des Marktes deutlich beschleunigen.

Auch beschlagnahmtes illegales Cannabis wird Patienten zur Verfügung gestellt

Thailand hat seit der Legalisierung von Cannabis als Medizin bereits 334 Lizenzen für Anbau, Verarbeitung oder die Erforschung von Cannabis erteilt. Außerdem wurde eine Produktionsstätte in Betrieb genommen, die medizinisches, THC-reiches Cannabisöl für Patienten herstellt. Als Rohstoff für die Produktion wird zusätzlich zum eigenen Anbau auch konfiszierte Ware des Schwarzmarktes verwendet, wenn sie den Anforderungen an Qualität und Sauberkeit gerecht wird.

Die Cannabisblüten werden außerdem gereinigt und ein Extrakt aus ihnen gewonnen, um eine standardisierte Qualität und Reinheit zu gewährleisten. Was sich allerdings vorerst nicht ändern soll, sind die harten Strafen für den illegalen Umgang mit Cannabis. Aber auch für eine Legalisierung der Pflanze als Genussmittel gibt es immer mehr Unterstützer, sodass Thailand in Südostasien vielleicht auch in diesem Bereich eines Tages eine Vorreiterrolle einnehmen könnte.