Die lange Geschichte der Hanfpflanze kurz erzählt

Ideologisch hat das Gewächs der Gattung Cannabis Sativa die Menschen über Jahrzehnte gespalten. Das Verhältnis der Menschen zur Hanfpflanze wurde durch die weltweite Cannabisprohibition gestört. Seit ein paar Jahren gewinnt Cannabis die Akzeptanz der Öffentlichkeit zurück. Vor der Zeit des Cannabisverbots wurde die Pflanze über Jahrtausende hinweg vom Menschen genutzt. 


Cannabis in der Frühgeschichte

Erste Hinweise für die Nutzung von Hanf durch den Menschen reichen etwa 10.000 Jahre in die Vergangenheit. Die ältesten Funde, die belegen, dass Hanf sich als Nutzpflanze verbreitet, sind heute um 5500 Jahre alt. Eines der chinesischen Medizinbücher namens Shen Nung Pen Ts’ao King, das ebenfalls mehrere tausend Jahre alt ist, dokumentiert die medizinische Verwendung von Cannabis bei Rheuma, Malaria und vielen anderen Erkrankungen. 

Hanf im Mittelalter

In Großbritannien ist der Anbau von Hanfpflanzen seit dem Mittelalter, etwa 800 n.Chr., nachgewiesen. Etwa zeitgleich war das Gewächs auch Karl dem Großen bereits bekannt. Im 16. Jahrhundert hat Henry VIII. den Anbau in großen Mengen veranlasst, um damit seine britische Marineflotte zu bauen. Die bis zu vier Meter hoch wachsenden Pflanzen liefern Rohstoffe für die Fertigung zahlreicher Schiffsteile und Komponenten.

Für die Herstellung von Seilen gilt Hanf bis heute als zuverlässigstes und ökologisch nachhaltigsten Material. Aber auch für die Menschen auf dem Festland hatte Cannabis eine große Bedeutung. Die Fasern lieferten Material für die Sehnen von Langbogen und anderen Waffen des Mittelalters. Seit dem 13. Jahrhundert hatte sich von Spanien aus die Herstellung von Papier mit Hanf verbreitet.

Wie vielen Menschen bekannt ist, wurde die erste Bibel 1455 auf Hanf gedruckt, die Gutenberg-Bibel. Auch die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika ist 1776 auf Hanfpapier verfasst worden.

Cannabis bis zur Gegenwart

Bis in die Industrialisierung hinein war Hanf ein weitläufig genutzter Rohstoff. Neben Seilen, Segeln, Baustoffen und Papier, hatte sich Hanf auch in der Textilfertigung bewährt. Zur Mitte des 20. Jahrhunderts hin wurde er von der Baumwolle verdrängt. Damals begann auch die Anti-Cannabis-Kampagne von Henry Anslinger, die mit den internationalen Abkommen der Vereinten Nationen über nicht verkehrsfähige Substanzen der Welt das Cannabisverbot bescherte.

Etwa 50 Jahre wurde an den darauf folgenden Gesetzen nicht gerüttelt, und auch kaum am schlechten Image, das die Pflanze dadurch bekam. Seit den 90er Jahren erst nimmt die Kultivierung von Hanf als Nutzpflanze auf der Welt wieder zu.

Im neuen Jahrtausend erlebt Cannabis nun auf der ganzen Welt ein Comeback. Dabei werden sämtliche Nutzungsmöglichkeiten wiederentdeckt, die uns in der Geschichte begleiteten. Heute nutzen vor allem viele Menschen Cannabidiol (CBD), den nicht psychoaktiven Wirkstoff der Pflanze, der zahlreiche Eigenschaften besitzt, die der Gesundheit förderlich sein können. CBD ist somit aktuell eines der Zugpferde, die Cannabis zurück in die Gesellschaft, und die Legalität bringen.