Tabak- und Alkoholkonsum mit CBD reduzieren

Wenn Berichte über Cannabidiol die Schlagzeilen füllen, so sind es die Studienergebnisse mit Behandlungserfolgen bei Erkrankungen aller Art, die am meisten Präsenz genießen. Aber auch andere Funktionen des Cannabinoids haben längst das Interesse der Wissenschaft geweckt. So zum Beispiel die Möglichkeit gegen den problematischen Konsum anderer Substanzen wie Alkohol, Tabak oder Drogen vorzugehen.


Forscher bringen Ergebnisse über die Substitution mit CBD zusammen

Ein Team australischer Forscher fasste die Ergebnisse mehrerer menschlicher und tierischer Studien zu CBD und Sucht zusammen. Sie kamen zu dem Schluss, dass der nicht berauschende Cannabis-Wirkstoff CBD das Verlangen nach süchtig machenden Substanzen reduzieren kann. Somit kann es das Risiko eines Rückfalls bei chronischem Alkohol-, Tabak- und Opioid-Missbrauch verringern. Bei Drogen wie Methamphetamin, die bekanntermaßen weniger Suchtpotenzial bergen, stellten sich nicht die gleichen Erfolge ein.

Cannabidiol verringert die Motivation schädigende Substanzen einzunehmen

Beim Abgleichen der verschiedenen Forschungsresultate stießen die Wissenschaftler auf mehrere aufschlussreiche Ergebnisse vorangegangener Studien. In einem Tierversuch verursachte CBD eine verminderte selbst initiierte Einnahme von Alkohol (Ethanol) bei süchtigen Tieren. In der Schlussfolgerung bedeutet dies eine Verringerung des Rückfallrisikos bei Süchtigen beim Versuch, abstinent zu bleiben.

Der Einsatz von CBD kann helfen, die typischen Konsummuster zu verändern

Eine weitere Studie wies nach, dass die CBD-Einnahme bei zum problematischen Konsum neigenden Menschen dazu führt, dass sie auf die üblichen Stressreize und andere Auslöser für den Alkoholkonsum weniger stark ansprachen. Bis zu 138 Tage nach der letzten Einnahme von CBD reagierten Probanden vermindert auf die üblichen Reize, die sie sonst zum Konsum verleiteten.

Automatische Reduktion des Tabakkonsums durch CBD

In einem Versuch mit 24 Rauchern haben alle Teilnehmer einen Inhalator zur Substitution des Tabakkonsums erhalten. Diejenigen, die für die Inhalation CBD bekamen, hatten die Zahl der Zigaretten, die sie dann noch geraucht hatten, deutlich reduzieren können. Bei der Placebogruppe war dies nicht der Fall. Raucher, die CBD erhielten, zeigten sich auch weniger anfällig für die Präsenz von Tabakwerbung. Seltener ließen sie sich davon zum Konsum treiben.

Die Sucht nach Morphium und Opioiden ist besser mit THC behandelbar

Auch die Forschung mit der Substitution von morphiumartigen Substanzen durch CBD zeigte durchaus positive Ergebnisse. Allerdings erwiesen sich hier THC oder die Kombination von THC und CBD als effektiver gegen die Opioidsucht als Cannabidiol alleine.

CBD macht gleichgültiger gegenüber der Sucht

Die zusammenfassende Feststellung der Studie der Australier, die in der Zeitschrift Frontiers In Psychiatry veröffentlicht wurde [1], schreibt CBD die Fähigkeit zu, Menschen, die problematische Konsummuster bezüglich einer schädlichen Substanz aufweisen, dabei zu helfen, den Konsum zu reduzieren. Dieser Effekt wird nicht durch eine Reduktion der Entzugssymptome erreicht, denn dies leistet CBD nur bedingt. Es scheint vielmehr die Motivation zum Konsum zu verringern. Ebenfalls kommt die Studie zu dem Schluss, dass bei Opioiden der Einsatz von THC sinnvoll sein kann und den Behandlungserfolg bei solchen Substanzen erhöhen kann.

Schädigungen minimieren mit Hilfe von Cannabidiol

Für die Abstinenz von Alkohol und Tabak scheint CBD allerdings sehr gut geeignet zu sein. Wer also beabsichtigt, das Rauchen aufzugeben oder wem es schwer fällt, nicht immer automatisch zum Feierabendbier zu greifen, der kann wohl CBD eine Chance geben, die Abstinenz zu erleichtern. Wenn man damit erreicht, sich selbst weniger zu schädigen, hat man schon einiges gewonnen. Es muss ja nicht unbedingt der radikale Entzug sein. Am Ende ist eine solide dauerhafte Reduktion ohne große Qual besser als eine gescheiterte Enthaltsamkeit mit üblen Stimmungen und anderen unangenehmen Symptomen.

Studien und Quellen:

[1] https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fpsyt.2019.00063/full