Teilen

Neue Studie klärt über CBD und Autismus auf

In Israel, dem Land der Hanfforschung schlechthin, konnten Forscher eines Cannabisunternehmens neue Informationen dazu sammeln, wie man Autismus mit CBD therapieren kann. Hierfür wurde den Patienten ein besonderes CBD-Öl namens Avi-Dekel verabreicht, welches zuvor vom Unternehmen Tikun Olam entwickelt wurde.


Tikun Olam ist ein gigantisches Unternehmen in Israel, welches sich auf den Cannabis spezialisiert hat und die Forschung dazu ein großes Stück vorantreibt. Was genau das neuartige Öl erreichen soll, wollen wir jetzt im Detail klären.

Grundwissen zum Autismus

Der Autismus ist eine neurologische Entwicklungsstörung. Meist tritt diese im Kindesalter auf. Typische Anzeichen sind Kommunikationsschwierigkeiten, soziale Probleme durch Fehlinterpretation sozialer Signale und eine überproportional hohe Konzentration in Bezug auf ganz bestimmte Interessen. Dass sich gewisse Verhaltensmuster immer wiederholen und dass Wutausbrüche in regelmäßigen Abständen erfolgen, können ebenfalls typische Symptome des Autismus sein.

Selbstverständlich gibt es unterschiedliche Formen des Autismus. Einige können mit anderen Mitmenschen kaum reden und sind dadurch nicht fähig, ordentlich am Arbeitsleben teilzunehmen. Andere Formen jedoch, wie beispielsweise das Asperger-Syndrom, können dazu beitragen, dass man am Arbeitsplatz die besten Leistungen erzielt. Bei der Therapie des Autismus behandeln die Ärzte die Krankheit wie eine Stange unterschiedlicher Zustände, man behandelt den Autismus nicht wie eine einzelne Krankheit. Darüber, was den Autismus auslöst, ist man sich immer noch nicht ganz im Klaren. Die physiologischen Ursprünge dieser Krankheit müssen erst erforscht werden.

Wenn man der US-Regierung Glauben schenken will, so ist ungefähr jeder 60. Mensch ein Autist. Auf die Welt hochgerechnet wären das ca. 25 Mio. Autisten. Hierbei wurde jedoch die Dunkelziffer ausgelassen. Nun geht die gängige Meinung dahin, dass die Faustregel gilt, dass lediglich die Hälfte aller Autisten auch diagnostiziert werden. Dabei handelt es sich lediglich um Schätzungen.

Der Strain gegen Autismus

Ziel der Untersuchung war, wie sich eine Pflanze, die das Unternehmen selbst Avi-Dekel nannte, sich auf autistische Kinder ausübte. Veröffentlicht wurde die Untersuchung anschließend in den Scientific Reports (2019). Aus dem Strain namens Avi-Dekel hat man ein Öl gefertigt und dieses den Kindern verabreicht. Satte 90 % der Patienten zeigten eine Verbesserung ihrer Symptome, nachdem sie das Öl über sechs Monate hinweg konsumiert hatten. 30 % dieser gaben darüber hinaus an, eine signifikante Verbesserung vernommen zu haben. Ein wenig über die Hälfte aller untersuchten gab preis, eine moderate Verbesserung erfahren zu haben. Lediglich 8,6 % der Untersuchten konnten keinerlei Verbesserungen feststellen.

Die interessante Erkenntnis hieran ist, dass ein Cannabisstrain mit nahezu nur CBD derartige Erfolge erzielen kann. Während zuvor eher das THC-haltige medizinische Cannabis im Fokus der Aufmerksamkeit stand, konnte nun das CBD diesen Stand übernehmen. Jegliche Skeptiker des Cannabidiols, welche dessen Wirkung nie anerkannt sehen wollten, sehen sich spätestens jetzt in ihrer These widerlegt. 

Die Details der Untersuchung

An der Studie nahmen 179 Patienten teil. Von diesen berichteten gerade einmal 23 über unerwünschte Nebenwirkungen. Diese Nebenwirkungen schienen jedoch keineswegs schwerwiegend zu sein, in der Regel handelte es sich um Unruhe, einen gesteigerten Appetit oder um Schläfrigkeit.

Weiter muss man differenzieren zwischen Patienten, die zudem andere Medikamente einnahmen. So gab es Patienten, die Antipsychotika, Antidepressiva, Hypnotika oder selbst Beruhigungsmittel einnahmen. 20 dieser Patienten konnten die Dosis der anderen Medikamente verringern, da sie zusätzlich CBD konsumierten. 11 Patienten schafften es sogar, ihre anderen Medikamente komplett abzusetzen. An dieser Stelle ist es sinnvoll, sich noch mal daran zu erinnern, dass das Experiment über sechs Monate hinweg lief.

14 % der Untersuchten, also 23 Patienten, hatten zusätzlich zum Autismus noch Epilepsie bzw. immer wieder epileptische Anfälle. 11 dieser Menschen zeigten eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome, zwei waren komplett von ihren Anfällen befreit. Obwohl der Strain also speziell auf die Autismustherapie ausgelegt wurde, konnte nichtsdestoweniger mehr als der Hälfte aller Patienten mit epileptischen Störungen geholfen werden.

Tatsächlich gibt es bisher noch keine Medizin, die einzig und allein den Autismus bekämpfen soll. Dahinter steht der weit verbreitete Glaube, dass der Autismus unheilbar sei. Vermutlich ist das jedoch bereits der falsche Ansatz, so empfinden die meisten Autisten ihren Autismus nicht wie eine Krankheit. In der Regel will man sich gar nicht richtig heilen lassen im eigentlichen Sinne.

Nichtsdestoweniger pumpt man diesen Menschen nun Antipsychotika, Antidepressiva und zahlreiche weitere Medikamente zur Behandlung. Diese tragen jedoch im Gegenteil zum CBD Öl einige Nebenwirkungen in sich und schaden letzten Endes einfach dem Körper. Relativ häufig erleben die Patienten Verstopfungen, massive Stimmungsschwankungen, Diabetes tritt häufiger auf und die sogenannten Wackelzustände erleben die Betroffenen häufiger. Unterdessen enthält das CBD-Öl kleinste Mengen THC und löst dadurch so gut wie gar keine Nebenwirkungen aus, ist natürlichen Ursprungs und erzielt handfeste Erfolge.

Die Frage um das THC

Wie bereits erwähnt, handelt es sich eigentlich um ein CBD Öl. Das Patent für Avi-Dekel schreibt eine Menge an CBD von 16,3 % vor, wozu 0,8 % THC kommen. In der Studie verwendete Tikun Olam jedoch ein anderes Öl, dieses enthielt 30 % CBD und 1,5 % THC gelöst in Olivenöl. Die Patienten oder die Eltern der Patienten konnten jedoch selbst noch Veränderungen am Präparat vornehmen. Einige Patienten, die beispielsweise an Schlafstörungen litten, erhielten ein 3-prozentiges THC Öl dazu.

Höchstwahrscheinlich ist es dieses Wechselspiel von THC und CBD, welches den außerordentlichen Effekt dieses Öls ausmacht. So bindet CBD eher an die CB2-Rezeptoren, die sich im Immunsystem und in den peripheren Nerven befinden. THC bindet sich dem entgegen an die CB1-Rezeptoren im Gehirn und im Rückenmark. Über beide Rezeptoren werden aber unterschiedliche Effekte erzielt.

Konsum ohne Toleranzbildung

Problematisch an Medikamenten auf Basis von Cannabinoiden ist, dass die Konsumenten normalerweise eine Toleranz gegenüber den Cannabinoiden ausbilden. Damit die Cannabinoide also den gleichen Effekt wie zuvor ausüben, müssen mit der Zeit immer höhere Dosen dieser konsumiert werden. Im Präparat von Tikun Olam scheint es jedoch so zu sein, dass die besondere Zusammensetzung von CBD und THC die Toleranzbildung zu unterbinden scheint.

So stellte einer der Versuchsleiter fest, dass die Kombination von CBD und THC bei den Patienten keine Medikamententoleranz auslöste. Für diese Patienten würde die Behandlung im Laufe der Zeit sogar vorteilhafter, so in einer E-Mail an RxLeaf. Das müsse jedoch nicht ausschließlich auf das CBD und THC zurückführbar sein, die zahlreichen anderen Cannabinoide könnten ebenfalls ihr Händchen im Spiel haben. So sind Cannabinoide wie das CBG, CBN, CBDV, CBC und so weiter in sehr geringen Mengen ebenfalls enthalten. Altbekannte Terpene wie das Limonen oder Alpha-Pinen finden sich natürlich auch im Öl.

Israel erneut auf dem Weg zur Spitze

Was die Cannabisforschung betrifft, spielt Israel von Anfang an ganz vorne mit dabei. So war es der israelische Forscher Mechoulam, welcher das erste Cannabinoid isolierte. Der Hanf hat in diesem Land eine moderne und wunderschöne Geschichte. In letzter Zeit riefen einige Nachrichten Missmut hervor, so sei das medizinische Cannabis in diesem Land qualitativ bei einem Tiefstniveau angekommen. Nachrichten wie diese erfreuen einen jedoch immer wieder und geben Hoffnung, dass Israel in Zukunft wieder die Spitze erklimmen wird.